Review: Kaspar Hauser – Im Auge des Sturms

Review: Kaspar Hauser – Im Auge des Sturms
Buchcover “Kaspar Hauser – Im Auge des Sturms” – Alle Rechte liegen beim Verlag.

Als Nürnbergerin wird man früher oder später mit dem Namen Kaspar Hauser konfrontiert, wie auch nicht? Um das Mysterium Kaspar Hauser ranken sich viele Filme, Theaterstücke, Lieder, Gedichte, Bücher und sogar Hörspiele. Seit 2020 gibt es nun auch die erste Graphic Novel! Aber wer ist eigentlich Kaspar Hauser? Am 26. Mai 1828, also heute vor rund 193 Jahren, tauchte Kaspar Hauser aus dem Nichts in Nürnberg auf. Er konnte nicht richtig reden und erweckte den Anschein zurückgeblieben zu sein. Bei sich trug der vermutlich 16-jährige Junge einen Brief, um den sich genauso viele Mythen ranken, wie um den Jungen selbst. Allein ein Blick auf Wikipedia reicht, um sich dem Ausmaß des Rätsels bewusst zu werden. Anlässlich des Jahrestags seines Auftauchens in Nürnberg gibt es eine heute eine Review zu “Kaspar Hauser – Im Auge des Sturms”.

Über die Graphic Novel

Also zurück zur Graphic Novel. Die Geschichte beginnt mit dem mysteriösen Auftauchen von Kaspar und endet mit dessen Tod. Der berühmte Philosoph Ludwig Feuerbach schildert dem Leser die Geschehnisse in fünf spannenden Akten. Vor allem die Farbgebung ermöglicht einen Einblick in die Emotionswelt von Kaspar. Während anfangs die Zeichnungen sehr dunkel und kühl gehalten sind, entwickeln sie sich im Laufe der Geschichte mit voranschreitender Handlung zu helleren und wärmeren Tönen. Die Darstellung des Kaspers, stets kindlich, lässt die Lesenden ein Mitgefühl, gar Mitleid, für den Jungen entwickeln. Zum Ende der Graphic Novel findet sich eine kleine Übersicht mit ein paar Erläuterungen zu offenen Fragen, die einem Leser oder einer Leserin kommen, wie zum Beispiel warum ausgerechnet Ludwig Feuerbach? Außerdem gibt es ein kleines Interview mit dem Zeichner, dem Koloristen und dem Drehbuchautor des Comics. Für Interessierte empfehle ich die kleine Leseprobe auf der Seite des Vertriebs.

Persönliche Meinung

“Kasper Hausar – Im Auge des Sturms“ ist eine spannende Graphic Novel, die vor allem mit ihrer Koloration glänzt. Genossen habe ich besonders die helleren Seiten, die ein bisschen Licht ins Dunkel brachten. Bei dem Text-Bild-Verhältnis hält sich auch hier die Waage. An manchen Stellen wird’s blutig, weswegen ich die Geschichte nur Erwachsenen empfehlen würde; für Kinder könnten die Zeichnungen etwas gruselig erscheinen. Besonders gut hat mir das Mysteriöse an der Verarbeitung der Geschichte um Kaspar Hauser gefallen. Obwohl ich bereits mal mit ihm konfrontiert war, habe ich nach dem Lesen der Geschichte noch einmal etwas Recherche betrieben.

Wer jetzt Lust auf mehr Graphic Novels hat, darf sich gerne hier mehr Lese-Inspirationen holen.

Details

  • Zeichnungen: Bart Proost
  • Szenario: Verhast (Stijn Verhaeghe)
  • Coloring: Criva (Chris van Brussel)
  • 64 Seiten
  • 1. Auflage 2020 (gelesen auf Deutsch)
  • Verlag: stainlessArt GmbH
  • Themen: Kaspar Hauser, historisch, Mystery, wahre Begebenheit, Biographie

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