Kein anderer [Graphic Novel-Rezension]

Kein anderer © Reprodukt
Kein anderer © Reprodukt

Erwachsenwerden ist für alle schwierig. Vom kleinen Jungen, der in die Pubertät kommt, bis hin zu Menschen, die vielleicht vom Alter her in die Kategorie eines Erwachsenen fallen, aber vielleicht emotional noch nicht so weit sind. Charlene und ihr Bruder Robbie müssen nach dem tragischen Tod ihres Vaters beide lernen Verantwortung zu übernehmen. Wie gut das funktioniert, erfahren wir in der Graphic Novel „Kein anderer“ von R. Kikuo Johnson.

Worum geht’s?

Charlene ist alleinerziehende Mutter und Krankenschwester in der Notaufnahme. Auf Hawaii kümmert sich die junge Frau um ihren Sohn Brandon und ihren pflegebedürftigen Vater. Nach dessen Todesfall beschließt Charlene von vorne anzufangen, schmeißt ihren Job und nimmt ein Medizinstudium auf. Dabei vernachlässigt sie Brandon und den Haushalt und schottet sich dabei immer mehr ab. Ihr Bruder Robbie taucht nach langer Abwesenheit zur Beerdigung des Vaters wieder auf und muss auf einmal Verantwortung für die kleine Familie übernehmen. Eine Herausforderung, der er im ersten Moment noch nicht gewachsen zu sein scheint.

Persönliche Meinung

Eine Graphic Novel der besonderen Art, die mit wenig Farbe und Text spielt und eine beklemmende Atmosphäre transportiert. Passend zu den kalten Verhältnissen der Familienmitglieder zueinander. Minimalistisch, wie die Empathiefähigkeit der Mutter Charlenne, wird die Geschichte der zerstreuten Familie erzählt. Mit orangenen Farbakzenten werden einige Highlights in dem blau kolorierten Kurzcomic gesetzt und ein wenig visuelle Dynamik in die Handlung gebracht. Insgesamt werden die Gefühle und die Handlung der Personen sehr gut rübergebracht. Die Thematisierung des am Ende erwähnten Zuckerrohrs und der Zuckerindustrie lässt ein wenig zu wünschen übrig. So ist dieses Thema, mit Ausnahme einer Szene, leider ein wenig untergegangen.

Hier ein kleiner Einblick in den Comic:

Fazit

Auf minimalistische Art und Weise gelingt es Kikuo Johnson eine besondere Geschichte von Verlust, Familie und dem Erwachsenwerden zu erzählen, abseits vom Mainstream.

Details

  • Verlag: Reprodukt
  • Autor: R. Kikuo Johnson
  • Erscheinungsdatum: 2022
  • Aus dem Englischen von Sven Scheer
  • Lettering von Alexandra Rügler / Font: R. Kikuo Johnson
  • 112 Seiten, 20 x 15 cm, zweifarbig, Hardcover

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