Graphic Novel Review: Verbrechen und Strafe

Verbrechen und Strafe (Knesebeck Verlag)
Verbrechen und Strafe (Knesebeck Verlag)

Habt ihr schon mal etwas von Fjodor Dostojewski gelesen? Der russische Autor verfasste viele bekannte Werke, wie zum Beispiel „Schuld und Sühne“, die zum Teil Wälzer von über 700 Seiten sind. Eine künstlerische Neuauflage dieses bekannten Titels ist die Graphic Novel „Verbrechen und Strafe“ von Bastien Loukia erschienen im Knesebeck-Verlag.

Über die Graphic Novel

Rodion Raskolnikow begeht einen Mord für das Wohl der Vielen. Doch als sein Vorhaben nicht wie geplant abläuft, plagt ihn ein schlechtes Gewissen, gefolgt von einer immer größer werdenden Paranoia. Statt auf 700 Seiten spielt sich die Handlung rund um den Jurastudent Raskolnikow in dieser Graphic Novel auf knapp 150 Seiten ab. Zu Beginn werden alle wichtigen Charaktere nochmal mit einem Porträt aufgezeigt und in Relation zueinander gesetzt. Dann wird man auch schon ins kalte Wasser geschmissen – beziehungsweise eher in das kalte Russland des 19. Jahrhunderts, in dem Dostojewskis Roman spielt.

Persönliche Meinung

Loukia gelingt es die Geschichte von Raskolnikow fesselnd zu erzählen. In drei Akten plus Epilog streut Loukia gekonnt diverse Romantitel von Dostojewski als Kapitelüberschriften ein. Die farbenprächtige Graphic Novel konnte mich vor allem durch die Darstellung von Dostojewskis soziologischen und psychologischen Ansichten begeistern. Der Zeichenstil der Personen hat mir persönlich nicht so sehr gefallen insofern, dass ich ihn nicht ästhetisch finde aber durchaus passend. Der Zeichenstil spiegelt aber gekonnt die Atmosphäre wider, wie ich sie mir für das Russland des 19. Jahrhunderts vorgestellt habe. Einzig die Ortsangaben in der Graphic Novel sahen aus wie nachträglich mit der falschen Schriftart eingefügt, aber das ist wirklich ein minimaler Kritikpunkt.

Eine wirklich gelungene und spannende Graphic Novel, die von Anfang an fesselt. Durch die langen russischen Namen braucht es seine Zeit, bis man das Buch durchgelesen hat, doch es lohnt sich alle mal. Trotzdem braucht man bestimmt nicht so lang, wie für 700 Seiten Fließtext. Ich empfehle die Graphic Novel „Verbrechen und Strafe“ allen, die gerne mal einen Einblick in Fjodor Dostojewskis Werke erhalten möchten und nicht gleich zu einem seiner Wälzer greifen wollen.

Bei Knesebeck könnt ihr ein paar Einblicke in die Graphic Novel gewinnen und bei mir könnt ihr euch weitere Lese-Inspirationen holen 🙂

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende!

Details

  • Autor: Bastien Loukia
  • Knesebeck Verlag
  • 1. Auflage 2020 (gelesen auf Deutsch)
  • 160 Seiten
  • Themen: Fjodor Dostojewski, Literatur, Soziologie, Psychologie, Russland

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