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Comic-Verfilmung: “Buñuel im Labyrinth der Schildkröten“

Comic-Verfilmung: “Buñuel im Labyrinth der Schildkröten“

Schmelzende Uhren, Kuhaugen die aufgeschlitzt werden und ein reines Durcheinander zwischen Traum und Realität. Damit könnt ihr nichts anfangen? Nicht so schlimm. Klingt alles auch erstmal ziemlich konfus. Genau wie der Surrealismus. Hätte ich Salvador Dalí genannt hätte es bestimmt Klick gemacht. Aber hättet ihr auch mit dem Name Luis Buñuel etwas anfangen können?Die Kunstbewegung des Surrealismus erkläre ich euch heute mal nicht, dafür bin ich ja gar nicht da. Aber ich kann euch einen Film empfehlen, der sich zumindest ein bisschen mit dem Surrealismus und einem seiner Vertreter, Luis Buñuel, befasst: “Buñuel im Labyrinth der Schildkröten“.

Dieser Film ist eine Adaption der gleichnamigen Graphic Novel von Fermín Solís, die die Dreharbeiten zum Dokumentarfilm “Las Hurdes“ zeigt. Dieser Film aus dem Jahre 1933 zeigt die unverblümte Natur der Gebirgsregion Hurdes und das triste Leben der dort lebenden Menschen. In der Verfilmung der Graphic Novel begleitet man den spanischen Filmemacher mit seinem kleinen Team zu den Hurdes in die Nähe der portugiesischen Grenze. Mit an seiner Seite der Bildhauer und Anarchist Ramón Acín. In dem farbenfrohen Film wird die Vergangenheit von Buñuel immer wieder mit surrealistischen Elementen aufgegriffen. Diese zeigen neben seinen Ängsten und Träumen auch seine wohlbehütete Kindheit.

In erster Linie aber zeigt der Film die Entstehung eines Dokumentarfilms – und die Inszenierung, die da dahintersteckt. So übt der Protagonist zum Beispiel unnötig Gewalt an Tieren aus, um zu seinem erwünschten Filmmaterial zu kommen. Buñuel konzentriert sich bewusst auf das ungeheure und schreckliche Elend und das merkt man. Dank der Integration von “echten” Filmszenen aus “Las Hurdes” bekommen wir an einigen solcher Stellen auch einen Einblick in den fertigen Film.

Persönliche Meinung

Ein fantastischer Film, der den Surrealismus subtil einbaut und trotz seiner Schlichtheit sehr viel Eindruck hinterlässt. Man bekommt einen richtigen Einblick in die verrückte Gefühlswelt des Filmemachers. Insbesondere im Hinblick auf seine Faszination für das Surreale. Nach dem ersten Gucken war ich so gefesselt von Buñuel und seinem Film, dass ich im Anschluss noch tagelang zu dem Filmemacher und Künstler recherchiert hatte. Der Film ist absolut empfehlenswert für alle, die einen Einblick in das Thema Surrealismus bekommen möchten. Aber Vorsicht: für sehr zart besaitete könnten die realen Szenen aus “Las Hurdes“, die Gewalt an Tieren zeigen, zu viel werden. Dann einfach kurz Augen zu und durch, denn ansonsten lohnt sich der Film alle mal. Besonders gut ist die Integration der Filmszenen aus dem fertigen Film gelungen. An diesen kann man auch erkennen, wie gut die Figuren als Comic-Version getroffen wurden.

Für alle Interessierten habe ich hier noch einen kleinen Trailer aufgetrieben. Um rauszufinden, wo ihr den Film gucken könnt empfehle ich euch das Suchportal Wer streamt es?
Wer statt auf einen Film lieber Lust auf eine Graphic Novel hat, kann sich hier Leseinspirationen holen.

Details

  • Spanien / Niederlande / Deutschland 2018
  • Originaltitel: Buñuel en el laberinto de las tortugas
  • Internationaler Titel: Buñuel in the Labyrinth of the Turtles
  • FSK12
  • Länge: 80 Minuten
  • Regie: Salvador Simó
  • Drehbuch: Eligio Montero, Salvador Simó
  • Genre: Animationsfilm Biographie

 

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