Eine freie Frau [Graphic Novel-Rezension]

Eine freie Frau (btb Verlag)
Eine freie Frau (btb Verlag)

Jährlich ist der März internationaler Frauenmonat, bei dem das öffentliche Interesse ein Stück weit stärker auf Frauen und diese betreffende Themen wie beispielsweise Ungleichheit gelegt wird. Zwar haben wir heute schon Mai, aber über Ungleichheiten sollte das ganze Jahr über gesprochen werden. Auch der heutige Tag der Arbeit ist ein Tag, der auf Ungleichheit aufmerksam machen soll, weswegen ich euch heute eine passende Graphic Novel vorstelle, auf die ich mich bereits schon lange gefreut habe: „Eine freie Frau“ von Leïla Slimani und Clément Oubrerie.

Worum geht’s?

Kennt ihr Suzanne Noël? Falls nicht, solltet ihr jetzt gut aufpassen. Suzanne ist eine französische Ärztin, Feministin und Hoffnungsträgerin, die beide Weltkriege miterlebt hat und eine außergewöhnliche Biographie aufweist. Die Graphic Novel „Eine freie Frau“ handelt von Suzannes Leben. Die Wegbereiterin der plastischen Chirurgie, mit der sie unter anderem entstellte Männer aus dem Ersten Weltkrieg therapierte und an den ersten Frauen Schönheitsoperationen vornahm. In Suzannes Herz gab es Platz für Henry und Andre und noch so viel mehr für die Frauen, deren Recht auf Selbstbestimmung und Wahlen, sowie die eigene Unabhängigkeit. Doch als Frau im Frankreich des 20. Jahrhunderts hat man es nicht unbedingt leicht, vor allem wenn plötzlich der eigene Körper nicht mehr mitspielt.

Persönliche Meinung

Ein einzigartiges Leben erzählt in zwei Teilen über eine Person, von der ich vorher traurigerweise noch nie etwas gehört hatte. Wer eine festgefahrene Meinung zu Schönheitsoperationen hat und diese als Böse verurteilt, sollte einen Blick in diese Graphic Novel werfen. Slimani und Oubrerie zeigen anhand von Suzannes Geschichte, dass die plastische Chirurgie nicht nur zur Veränderung des Äußeren beiträgt, sondern auch wie es um die Veränderung des Seelenlebens der Betroffenen steht.

Auch das Seelenleben von Suzanne wird an einigen Stellen gekonnt gezeigt, zum Beispiel als sie mit Todesfällen in ihrem näheren Umfeld umgehen musste. Trotz alle dem, erwecken Slimani und Oubrerie den Eindruck, dass Suzanne eine durchaus kühne und nicht leicht aus der Fassung zu bringende Frau war, der es ein wenig an aufrichtiger Empathie mangelte. So, dass sie an manchen Stellen fast schon herzlos rüberkommt.

Die Graphic Novel ist unglaublich spannend und hat mich von Anfang an aus handlungstechnischer Sicht gefesselt. Das revolutionäre Leben einer Ärztin, zu einer Zeit, in der es fast nur Ärzte gab. Die Zeichnungen finde ich passend zur Geschichte und dem Zeitalter, in dem diese stattfindet.

Anders die Schrift, die ich hier doch mal kurz bemängeln muss. Aus allen Schriftarten der Welt wurde es Comic Sans, was, wie ich finde, überhaupt nicht zur Geschichte passt. Aber sei’s drum, so lassen sich die Sprechblasen wenigstens einfach lesen. Ein schönes Detail finde ich außerdem die einzelnen Seiten, die als Zeitungsseite dargestellt werden. Insgesamt viele Bilder, viel Text, also nicht unbedingt anfängerfreundlich, aber definitiv lesenswert!

Eine Leseprobe könnt ihr gleich hier unten lesen, klickt dafür einfach auf die Pfeile am unteren linken Rand der Vorschau. Viel Spaß!

Leseprobe “Eine freie Frau” (btb Verlag)

Fazit

Die kompakte Biographie einer bemerkenswerten Frau, die man unbedingt gelesen haben sollte!

Ich danke dem Penguin Randomhouse Verlag und btb für das Rezensionsexemplar und das damit verbundene Lesevergnügen!

Mehr fantastische Graphic Novels gibt’s hier.

Details

  • Autorin: Leila Slimani
  • Verlag: Penguin Random House / btb
  • Aus dem Französischen von Amelie Thoma
  • Originaltitel: A mains nues
  • Originalverlag: Les Arènes
  • Mit Illustrationen von Clément Oubrerie
  • Taschenbuch, Klappenbroschur, 192 Seiten, 15,5 x 21,0 cm
  • Erschienen am  08. März 2022

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